Für Zwei denken, aber nicht die doppelte Menge essen

Foto: © fmarsicano / Fotolia.de

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(aid) In der Schwangerschaft erbringt der Köper Höchstleistungen. Dafür muss er kontinuierlich und ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Mehr Kalorien benötigen Schwangere jedoch erst einmal nicht. „Essen für zwei“ ist daher nicht notwendig. Im Gegenteil: Wenn durch zu viele Kalorien das Gewicht der werdenden Mutter zu schnell und zu stark steigt, hat das Kind ein höheres Risiko mit einem hohen Geburtsgewicht auf die Welt zu kommen und im späteren Leben Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. Vielmehr sind es die Vitamine und Mineralstoffe, deren Bedarf nun zum Teil rapide ansteigt.

Mehr Nährstoffe aufzunehmen, ohne wirklich mehr zu essen, wie kann das gehen? Der Trick dabei sind Lebensmittel mit einer hohen Nähstoffdichte, also mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen bei gleichzeitig wenigen Kalorien, auszuwählen. So kann die Schwangere durch entsprechende Lebensmittelauswahl ihren Speiseplan optimieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Weizenvollkornbrot, das im Vergleich zu Weißbrot, etwa doppelt so viel Folsäure, Eisen und verschiedene B-Vitamine, aber nicht mehr Energie liefert. Auch Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch und Fisch gehören zu den nährstoffdichten und damit besonders empfehlenswerten Produkten. Erst in den letzten Schwangerschaftsmonaten steigt der Energiebedarf um etwa 10 Prozent, also etwa 200 bis 300 Kilokalorien, an. Mit nur einer Scheibe Vollkornbrot, belegt mit Schnittkäse und einer Tomate oder einem Becher fettarmem Joghurt (1,5 %), einer Handvoll Beeren und 3 Esslöffeln Müsli lässt sich dieser Mehrbedarf bereits decken.

Doch selbst bei bewusster Lebensmittelauswahl können Folsäure und Jod in der Regel nicht in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Dabei ist gerade Folsäure von Beginn der Schwangerschaft an für die Entwicklung des Säuglings unentbehrlich und sollte schon vor der Empfängnis in Tablettenform zugeführt werden. Jodsalz, Lebensmittel mit Jodsalz, zwei Portionen Meeresfisch pro Woche und drei Portionen Milch- und Milchprodukte täglich tragen zu einer guten Versorgung mit Jod bei. Dennoch reicht das nicht aus. Daher werden von Beginn der Schwangerschaft an auch Jodtabletten empfohlen. Ob die Schwangere ein Eisenpräparat benötigt, muss im Einzelfall medizinisch abgeklärt werden.

Autor: aid infodienst, Bonn
Stand: 14.02.2013

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